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Es war einmal ein mutiger und starker Vykati, der keine Gefahr scheute und den keine Bedrohung schrecken konnte. Sein Name wurde im ganzen Land gepriesen, und die Vykati hauchten ihn stets mit Ehrfurcht in der Stimme: Calanoroc.
Von allen Wesen seines Volkes wurde ihm Hochachtung und Ehre entgegengebracht. Doch sein Geist verlangte nach Größerem.
Und so zog er eines Tages los, um in fernen Ländern Ruhm und Ehre zu erlangen.
Nun begab es sich, dass Calanoroc des nachts in einen tiefen Wald geriet. Kein Stern stand am Himmel, kein Mond erhellte ihm den Weg, und so irrte er blind zwischen den hohen, schwarzen Bäumen umher. Der Weg hinaus blieb ihm verborgen.
Mit einem Mal sah er in der Ferne ein schwaches Leuchten, wie eine Laterne, die ihm den Weg weisen wollte. Hoffnung keimte in ihm auf und er folgte dem Licht.
So gelangte er auf eine Lichtung, über der seltsame Blumen schwebten. Ihre Blütenblätter waren dunkel wie die Nacht, doch ihre Mitte leuchteten wie die Sterne am Himmel.
Noch während er zu ihnen hinaufblickte, sanken sie zu ihm herab und hüllten ihn ein wie einen Mantel aus Wärme und Frieden. Er spürte, wie sein rastloser Geist zur Ruhe kam, und er legte sich hin und fiel in einen tiefen Schlaf, wie er ihn seit langem nicht mehr gekannt hatte.
Doch als der Morgen graute, erwachte Calanoroc, vor Kälte zitternd. Die Blumen, die ihn am Abend so friedlich umfangen hatten, waren verwelkt und lagen zerbrochen und tot um ihn herum. Ihr Leuchten war erloschen.
Calanoroc erhob sich. Seine Glieder fühlten sich schwer an, alle Kraft und jeder Mut war aus ihm gewichen. Er sehnte sich nach der Wärme und dem Frieden, die ihm die Sternenblumen geschenkt hatten.
Schwach und trübselig kehrte er in sein Dorf zurück. Die Vykati kannten ihn nicht wieder. Einst war er fortgegangen, stark und mutig. Doch nun sahen sie nur noch Elend. So wandten sie sich von ihm ab, und der Name, der einst mit Ehrfurcht gehaucht wurde, wurde zu einem Wort der Schande.
Calanoroc aber, unfähig, seine einstige Kraft und Stärke in sich zu finden, wanderte fortan rastlos und schwermütig durch das Land, immer auf der Suche nach der Wärme Sternenblumen. Doch er fand sie niemals wieder.
© Hille Cantauw.
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