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Nachdem die vier Freunde zunächst in die Kristallhöhle zurückgekehrt waren, um die Zaubergemeinschaft darüber zu unterrichten, dass der Schleiersturm im Kommen war und nun die Vorbereitungen getroffen werden mussten, die erst unmittelbar zuvor erfolgen konnten − wie etwa die Tiere in ihre Unterschlüpfe zu schicken oder die Kinder und Alten in die Häuser zu beordern −, kehrte Rafyndor mit Skukius an seiner Seite zu seiner Waldhütte zurück.
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Skukius begleitete Rafyndor zurück zu seiner Waldhütte.
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Der Waldhüter hatte den Korvum-Raben gebeten, ihn zu begleiten, da es ihm stets schwerfiel, die Nachrichten der Silberfederadler genau zu verstehen, während Skukius damit offenbar keinerlei Probleme hatte.
Rafyndor war inzwischen neugierig geworden, warum der Korvum-Rabe die Sprache der Silberfederadler erlernt hatte. Doch er hielt sich an dessen Bitte, ihn nicht nach seiner Vergangenheit zu fragen. Wenn Skukius der Meinung war, sich ihm anvertrauen zu können, würde er es mit Sicherheit eines Tages tun.
Skukius hingegen hatte durchaus bemerkt, dass ihm bei der Begegnung mit dem Silberfederadler mehr über seine Vergangenheit herausgerutscht war, als er eigentlich hatte mitteilen wollen. Umso höher rechnete er es seinen Freunden an, dass sie nicht weiter nachgehakt hatten, sondern so taten, als hätten sie nichts bemerkt.
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Eines Tages, nahm er sich vor, eines Tages würde er ihnen seine ganze Geschichte erzählen. Aber noch nicht jetzt!
Von der Waldhütte aus, begannen Rafyndor und Skukius gemeinsam die Tiere in die Höhlen zu treiben.
Da Pranicara bereits im Vorfeld jedem Tier eine Höhle zugewiesen hatte, hatten die beiden mit dieser Aufgabe keine Schwierigkeiten. Eigentlich mussten sie den Tieren nur mitteilen, dass der Schleiersturm unterwegs war, und schon rannten, hoppelten und flogen sie zu den ihnen zugewiesenen Plätzen. Anschließend verschloss Rafyndor die Höhlen mit einem magischen Netz, das die Tiere vor den Auswirkungen des Schleiersturms schützen sollte.
Aus welchem Grund auch immer verweigerte Skukius ihm dabei seine Mithilfe. Rafyndor vermutete, dass auch dies mit Skukius' Vergangenheit zusammenhing, nahm seine Entscheidung jedoch kommentarlos hin und führte die Aufgabe allein aus.
Pranicara kümmerte sich derweil um die Tiere des Parks und schickte sie in die Gebäude, während Lililja sich gemeinsam mit Meister Lehakonos, Jadoruc und den anderen Zauberweisen zum Zauberbogenweiher begab. Von dort aus wollten sie gemeinsam den Schutzschirm über die Hauptstadt legen.
Im gesamten Zentrum der Hellen Magie herrschte eine angespannte Erwartung. Alle hofften, dass die getroffenen Schutzmaßnahmen ausreichen würden und sie nicht irgendein kleines Detail übersehen hatten, das schließlich eine Kettenreaktion und damit eine Katastrophe auslöste.
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Als alle Tiere in den Höhlen untergebracht und diese mit magischen Netzen verschlossen waren, setzten sich Rafyndor und Skukius auf einen Felsen am Rand des Waldes und warteten darauf, dass der Silberfederadler die Nachricht überbrachte, der Schleiersturm befinde sich unmittelbar an den Grenzen der Hauptstadt.
Obwohl sich Rafyndor vorgenommen hatte, Skukius nicht nach dessen Vergangenheit zu fragen, interessierte ihn doch sehr, weshalb dieser eine solche Abneigung gegen die Silberfederadler hegte. Dass Skukius Havaleon abschätzig als „arroganten Graureiher“ bezeichnet hatte, konnte schließlich nicht allein an dessen ungewöhnlichem Sprachstil liegen.
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Rafyndor und Skukius warteten auf die Rückkehr des Silberfederadlers.
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Gewiss, dieser war äußerst eigenwillig, aber Skukius neigte eigentlich nicht dazu, sich über andere Wesen lustig zu machen oder sie herabzuwürdigen. Es musste also eine persönliche Erfahrung dahinterstecken, die ihn dazu bewogen hatte, den „edlen Havaleon“ als „arroganten Graureiher“ zu bezeichnen.
Rafyndor überlegte, wie er unverfänglich auf dieses Thema zu sprechen kommen konnte, und fragte schließlich betont beiläufig: „Hast du eine Ahnung, warum die Silberfederadler so geschwollen reden, dass ein normales Wesen sie kaum verstehen kann?“
Skukius schaute Rafyndor misstrauisch an.
Dieser beobachtete jedoch weiterhin den Himmel und schien lediglich nach dem Silberfederadler Ausschau zu halten. So kam der Korvum-Rabe zu dem Schluss, dass es Rafyndor tatsächlich nur um eine Interessensfrage ging und nicht darum, ihn über seine Vergangenheit auszufragen.
Skukius überlegte eine Weile und erklärte dann: „Ich vermute, dass die Silberfederadler durch ihre Fähigkeit, so weit oben am Himmel ihre Kreise ziehen zu können, ein wenig abgehoben sind. Sie glauben wahrscheinlich, dass sie die Herrscher der Welt sind, und das zeigen sie jedem durch ihren abgehobenen Sprachstil.“
Rafyndor blickte weiterhin zum Himmel hinauf. „Sie wirken tatsächlich ziemlich arrogant“, stellte er fest.
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Skukius erzählte von den Silberfederadlern.
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Skukius nickte und seufzte. „Oh ja, das sind sie wahrlich! Sie kümmern sich um niemanden außerhalb ihrer Sippe. Ich habe mich tatsächlich gewundert, dass du den ‚edlen Havaleon‘ dazu überreden konntest, sich dir in den Dienst zu stellen.“
Erstaunt schaute Rafyndor den Korvum-Raben an. „Warum?“, fragte er verwundert.
Skukius hätte sich ohrfeigen können, wenn er dazu in der Lage gewesen wäre. Ständig rutschten ihm Dinge heraus, die er eigentlich gar nicht erzählen wollte!
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Eine Zeit lang musterte er Rafyndor und erinnerte sich an die Anfänge ihrer Freundschaft.
Eigentlich hat sich Rafyndor von Anfang an mir gegenüber offen und ehrlich gezeigt, dachte er. Als ich damals von Meister Lehakonos in seine Schülerschar aufgenommen wurde, gehörte er nicht zu denjenigen, die hinter meinem Rücken tuschelten und sich darüber lustig machten, dass ich ein Vogel war. Er hat mir alles erklärt und jede Frage, die ich ihm stellte, offen und ehrlich beantwortet. Er hat mich niemals gefragt, wo ich herkomme, oder mich spüren lassen, dass er mich für weniger wert hielt als sich selbst oder seine Freunde. Für ihn war ich von Anfang an einfach ein neuer Schüler von Meister Lehakonos, einer, der genauso viel Anrecht auf den Erwerb von Wissen hatte wie jeder andere.
Ein warmes Gefühl überkam ihn bei der Erinnerung daran. Er hat sich sogar vor mich gestellt, als einige arrogante Elfen mich aus Spaß mit Steinen beworfen haben. Außerdem hat er mir ermöglicht, die helle Magie in mir zu entdecken. Hat er es nicht eigentlich verdient, dass ich ihm gegenüber ein wenig offener bin, selbst wenn ich meine Vergangenheit am liebsten vergessen würde?
Skukius seufzte tief auf und begann schließlich zu erzählen: „Bevor ich zu euch gekommen bin, habe ich im Gebirge gelebt. Ich kenne die Silberfederadler. Sie kümmern sich nur um ihre eigenen Belange, alle anderen sind ihnen schlichtweg egal.“ Bitterkeit schwang in seiner Stimme mit. „Selbst wenn sie jemanden mit ihrer Arroganz in den Tod schicken, ist ihnen das egal!“
Er schwieg.
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Rafyndor erschrak über die Bitterkeit in Skukius' Stimme und die Worte, die er gesprochen hatte. Er spürte, dass er an etwas gerührt hatte, das den Korvum-Raben tief im Innersten verletzte.
Sofort bereute er, seiner Neugier nachgegeben und versucht zu haben, mehr über Skukius' Vergangenheit zu erfahren. Nie wieder, nahm er sich vor, würde er Skukius nach weiteren Einzelheiten seiner Vergangenheit ausfragen.
Bevor er jedoch sagen konnte, dass ihm seine Frage leidtue, fuhr Skukius fort
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Rafyndor erschark über die Bitterkeit in Skukius' Stimme.
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„Silberfederadler sind immun gegen Magie, wusstest du das? Du kannst sie nicht mit dunklen Flüchen belegen, aber du kannst sie auch nicht mit Magie heilen. Sie stehen irgendwie außerhalb jeglicher Magie. Keine Ahnung, woran das liegt. Auf jeden Fall haben dunkle Magier einen gehörigen Respekt vor diesen großen Vögeln. Und wenn du dich vor einem dunklen Magier verstecken willst, ist es sinnvoll, wenn du diesen abgehobenen Sprachstil beherrschst.“
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Skukius erzählte von dem Amulett der Wortverwandlung, das jeder dunkle Magier trug.
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Er stockte kurz und erklärte dann:
„Die dunklen Magier laufen meist mit so einem merkwürdigen Amulett herum, das sie das ‚Amulett der Wortverwandlung‘ nennen. Mit diesem Amulett können sie die Sprache eines jeden Wesens verstehen. Und wenn du einem dunklen Magier aus dem Weg gehen willst, der dich sucht, dann kannst du dich verbergen und in diesem Sprachstil vor dich hinbrabbeln. Dann wird sich der dunkle Magier schleunigst verdrücken.“
Er verstummte wieder.
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Rafyndor erkannte, dass Skukius ihm hier plötzlich einen sehr persönlichen Einblick in seine für ihn sicherlich äußerst schmerzhafte Vergangenheit gewährte. Es berührte ihn zutiefst, dass der Korvum-Rabe ihm so viel Vertrauen entgegenbrachte, sich ihm gegenüber zu öffnen. Er schwieg, denn er spürte, dass Skukius gerade einen inneren Kampf austrug und für äußere Reize im Moment nicht empfänglich war.
Schließlich schüttelte Skukius sein Gefieder und sah Rafyndor an. Bevor dieser den Mund öffnen konnte, fragte ihn der Korvum-Rabe: „Wie hast du es geschafft, dass dieser arrogante Graureiher für dich arbeitet?“
Rafyndor nahm zur Kenntnis, dass Skukius keinerlei Reaktion auf seine Offenbarung wünschte − weder eine mitfühlende noch eine, die sein Vertrauen ausdrücklich würdigte − und respektierte das.
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„Das weiß ich auch nicht so genau“, gestand Rafyndor nachdenklich. „Ich habe ihn zu mir gerufen, versucht, mich seinem Sprachstil anzupassen, und eine tiefe Verbeugung gemacht, als ich ihn bat, mir Nachricht zukommen zu lassen.“
Skukius kicherte.
„Du bist ja listenreich!“, sagte er mit einem Anflug von Bewunderung. „Du hast ihn genau an der Stelle gepackt, an der er am empfindlichsten ist und wie Wachs schmilzt: Du hast seine Stellung, die er weit über dir verortet, anerkannt und ihm gehuldigt!“
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Rafyndor erzählte, dass er sich dem Sprachstil des Adlers angepasst und sich vor ihm verbeugt hatte.
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Rafyndor grinste. „Nun ja“, gestand er und zuckte mit den Schultern, „ich fand seinen Sprachstil so originell, da dachte ich, ich passe mich einfach mal an.“
Skukius kicherte, und Rafyndor war sehr erleichtert darüber, dass sich die doch recht angespannte Situation, die er mit seiner beiläufigen Frage heraufbeschworen hatte, wieder vollkommen beruhigt hatte.
Nein, nahm er sich vor, beim nächsten Mal würde er keine weiteren Fragen zu Skukius' Vergangenheit stellen. Der Korvum-Rabe musste etwas Entsetzliches erlebt haben, und es war sicherlich besser, nicht daran zu rühren!
Plötzlich vernahmen sie ein Rauschen, und Rafyndor stand auf.
Havaleon war auf dem Weg zu ihnen.
Wie gewohnt landete er mit einem letzten majestätischen Schlag seiner Schwingen vor ihnen auf dem Felsen, neigte hoheitsvoll den Kopf, sah sie mit seinen gelben Augen durchdringend an und sprach:
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Havaleon nutzte in einem Sprachstil, den Rafyndor nur schwer verstand.
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„Gesegnet sei die Stunde, in der sich der Schleiersturm, dieser urzeitliche Wächter der Mysterien, vor dem majestätischen Walde der Hauptstadt Vanavistarias erhebt und sein Blick, von unermüdlicher Sehnsucht und verhüllter Ehrfurcht erfüllt, nach Einlass verlangt.
Bald schon wird er in schwindelerregender Pracht eintreten und das Gefüge der Welt mit seiner wogenden Präsenz umhüllen, uns hüllend in ein neues Zeitalter, in dem das Unbekannte seine Geheimnisse enthüllt und das Vertraute neu formt.“
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Noch bevor Rafyndor diese Botschaft so weit analysiert hatte, dass er verstand, was genau Havaleon ihm gerade mitgeteilt haben mochte, antwortete Skukius bereits anstelle des Waldhüters mit einer tiefen Verbeugung:
„Gütiger und majestätischer Havaleon, wir verneigen uns in Ehrfurcht vor deinem freundlichen Hinweis, den du uns in deiner unermüdlichen Güte überbracht hast. Wir möchten unserer Dankbarkeit Ausdruck verleihen, da wir dir für deine aufopfernde Hilfe und treue Verbundenheit stets von tiefstem Herzen verpflichtet sind. Nun jedoch, da die Gezeiten des Schicksals ihre Richtung verändert haben und das Rad der Zeit sich weiterdreht, ist es uns beschieden, in diesen Momenten des Wandels eine entscheidende Klarheit zu erlangen. In dieser Erleuchtung erkennen wir, dass unsere Bedürfnisse sich gewandelt haben und deine unübertroffene Fürsorge nicht länger in dem Maße erforderlich ist, wie sie es einst war. Es schmerzt uns zutiefst, dies auszusprechen, da wir die kostbare Bindung zwischen uns und deinem erhabenen Dienst sehr schätzen. Jedoch ist es der Lauf des Lebens, der uns zu diesen Schlüssen führt. In dieser Zeit des Abschieds möchten wir betonen, dass unsere Anerkennung für dich ungebrochen bleibt und dass deine Majestät und Großzügigkeit für immer in unserer Erinnerung verweilen werden.“
Havaleon nickte hoheitsvoll und erhob sich wieder, um majestätisch dem Himmel entgegenzustreben.
Rafyndor sah Skukius neugierig an. „Ihr habt viele Worte gemacht“, stellte er fest, „und was genau habt ihr gesagt?“
Skukius übersetzte ihm den Dialog: „Havaleon hat gesagt, dass sich der Schleiersturm am Rand des Hauptstadt-Waldes befindet und kurz davorsteht, über das Zentrum der Hellen Magie hinwegzubrausen. Und ich habe ihm für seine Nachricht gedankt und ihm gesagt, dass seine Dienste jetzt nicht mehr benötigt werden.“
Damit setzte er sich selbst in Bewegung und ließ seine laute Stimme erschallen, die alle Einwohner der Hauptstadt von der Ankunft des Sturms unterrichtete.
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Skukius unterrichtete die Einwohner des Zentrums der Hellen Magie über die Ankunft des Schleiersturms.
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