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Wie von Rafyndor vermutet, hatte sich Lililja tatsächlich mit ihrer Einstellung durchgesetzt.
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Wie Rafyndor vermutet hatte, hatte Lililja die Zauberweisen gegen Jaorucs Willen überzeugt, Arokando nicht vom Unterricht auszuschließen.
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Nach der Anhörung des jungen Goblins hatte sie sich vehement dafür eingesetzt, ihm eine zweite Chance zu geben. Ihrer persönlichen Einschätzung nach war es unverkennbar, dass er über seine eigene Tat geschockt und sein Bedauern aufrichtig gewesen war.
Jadoruc hatte, wie zu erwarten gewesen war, eine vollkommen andere Meinung. Er sah in dem jungen Goblin eine Gefahr für die Zaubergemeinschaft: Wenn dieser schon in so jungen Jahren keinen Respekt vor dem Schwur des Lichtes hatte, wie würde es dann erst aussehen, wenn er älter wäre und noch mehr Macht besäße?
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Es wurde heftig diskutiert. Lililja hielt an ihrer Einstellung fest, Jadoruc an seiner. Letztendlich konnte sich jedoch Lililja mit ihrer Haltung durchsetzen, und Jadoruc wurde überstimmt.
Meister Lehakonos konnte zum Schuss sogar Jadoruc dazu bewegen, Arokando weiterhin an seinem Unterricht teilnehmen zu lassen.
„Das mache ich nur“, ließ sich Jadoruc darauf ein, „wenn dem jungen Goblin ganz deutlich gemacht wird, dass er von nun an unter genauester Beobachtung steht und dass der Verdacht umgehend auf ihn fällt, sollte erneut die Anwendung dunkler Magie festgestellt werden!“
Darauf ließen sich die anderen Zauberweisen ein.
Nach dem Unterricht am folgenden Tag lief Arokando direkt zur Hütte des Waldhüters. Er hatte sich so sehr über das Angebot des Waldgeistes gefreut, dass er es kaum erwarten konnte, endlich seine ersten Arbeiten im Wald zu erledigen. Umso enttäuschter war er, als er an die Tür der Hütte klopfte und niemand öffnete.
Allerdings hatte er dem Waldhüter ja auch nicht gesagt, dass er schon heute anfangen wollte. Dass der Waldhüter deshalb nicht auf ihn warten würde, war eigentlich klar. Darüber hatte Arokando in seiner Vorfreude jedoch gar nicht nachgedacht.
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Plötzlich tauchte ein Eulenbärchen vor ihm auf, ein kleines, gefiedertes Tier auf vier Beinen, das mit seinen großen, abstehenden Ohren und den großen Augen wirklich putzig aussah.
Eulenbärchen waren von Natur aus nicht allzu schüchtern und stets daran interessiert, ob jemand eine Leckerei dabei hatte, die sie ihm abnehmen konnten.
Arokando lockte das Eulenbärchen zu sich.
„Na, wer bist du denn?“, fragte er neugierig, während das Eulenbärchen an seiner Hand schnüffelte.
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Während Arokando auf Rafyndor an seiner Hütte wartete, tauchte ein Eulenbärchen auf.
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Auf einmal drehte sich das Eulenbärchen um und hoppelte davon. Es war wohl enttäuscht, dass der junge Goblin ihm nichts gegeben hatte.
Das nächste Mal, nahm Arokando sich vor, würde er etwas dabeihaben. Er könnte den Waldhüter ja fragen, womit man die Eulenbärchen verwöhnen konnte.
Nun tauchte das Eulenbärchen wieder auf, schaute ihn an und hoppelte erneut davon.
Das ist ja ein neugieriges Tier, dachte Arokando schmunzelnd.
Und wieder ließ sich das Eulenbärchen blicken, guckte ihn erneut an und hoppelte anschließend davon. Arokando war etwas verwundert. Wollte ihm das Eulenbärchen vielleicht etwas mitteilen?
Als es nun zum dritten Mal erschien, ihn ansah und wieder davon hoppelte, folgte Arokando ihm. Er hatte gerade nichts anderes zu tun. Also konnte er genauso gut herausfinden, warum das Eulenbärchen immer wieder zu ihm kam.
Er lief dem Eulenbärchen quer durch den Wald hinterher bis zu einer Akharota-Esche. Hier kletterte das Eulenbärchen den Baum hinauf.
Als Arokando ihm mit dem Blick folgte, entdeckte er hoch oben im Baum den Waldhüter, der mit Rindenstücken hantierte.
„Hallo, Arokando“, rief er vom Baum hinunter. „Hast du mich gefunden?“
Arokando nickte.
„Warte bitte dort unten, ich bin gleich hier oben fertig. Wenn du magst, kannst du das Eulenbärchen währenddessen mit frisch geknackten Akharota-Nüssen füttern. Die fressen sie für ihr Leben gern.“
Arokando machte sich gleich an die Arbeit. Als das Eulenbärchen sah, wie der junge Goblin begann, die Nüsse aufzuknacken, kletterte es behende vom Baum hinab und setzte sich bettelnd vor ihm auf die Hinterläufe. Glücklich warf Arokando dem Tier die geschälten Nüsse zu, die es mit dem Maul aufschnappte.
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Das Eulenbärchen führte Arokando zu dem Baum, auf dem Rafyndor auf ihn gewartet hatte.
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Schließlich kam Rafyndor den Baum hinabgeklettert.
„Wie viele Anläufe hat das Eulenbärchen benötigt, bis du verstanden hattest, dass du ihm folgen sollst?“, fragte er schmunzelnd.
Arokando sah den Waldhüter überrascht an, dann begriff er. Es war eine Aufgabe gewesen, die er hatte lösen müssen, um zu Rafyndor zu gelangen.
„Drei“, antwortete der junge Goblin. „Habt Ihr mich erwartet, Waldhüter?“
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„Ich habe gesehen, wie sehr dich mein Angebot gefreut hat“, entgegnete Rafyndor. „Daher war abzusehen, dass du früher oder später kommen würdest. Ich habe das Eulenbärchen gebeten, immer mal wieder nachzusehen, ob du da bist, und dich dann zu mir zu führen. So konnte ich in Ruhe weiterarbeiten, ohne meine Arbeit ständig unterbrechen zu müssen. Zudem war es deine erste Lektion darin, die Tiersprache zu verstehen, ohne sie selbst sprechen zu können.“
Arokando strahlte den Waldhüter an. Er hatte die erste Prüfung bestanden.
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„Wie kann ich Euch helfen, Waldhüter?“, fragte er dann eifrig, um sich an der Arbeit zu beteiligen.
„Zunächst einmal musst du das ‚Ihr‘ und den ‚Waldhüter‘ weglassen“, erklärte Rafyndor grinsend. „Mein Name ist Rafyndor. Hier im Wald klingt es immer ein wenig lächerlich, wenn man mit Schmutz an den Händen die formelle Anrede benutzt.“
Arokando nickte ehrfurchtsvoll. Damit hatte er nicht gerechnet: dass er den Waldhüter eines Tages beim Vornamen nennen durfte.
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Rafyndor wollte nicht mit „Ihr“ und „Waldhüter“ angesprochen werden.
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„Und dann könntest du mir bei der Kontrolle und Instandsetzung der Umhegung des Blauschnäuzchen-Areals helfen“, gab Rafyndor die erste Arbeitsanweisung. „Die Blauschnäuzchen entkommen in letzter Zeit zu oft aus ihrem Gehege. Wie für ihresgleich üblich, stürzen sie sich, sobald sie entkommen sind, stets auf die Pflanzen, die ihnen absolut nicht bekommen. Kein Wesen weiß, warum sie das tun. Leider ist ihre Sprache so eingeschränkt, dass sie es mir nicht erklären können. Ich bin mir allerdings auch nicht sicher, ob sie es selbst so genau wissen.“
Arokando erkannte, dass er bei einer wichtigen Aufgabe eingesetzt wurde. Daher nahm er seinen Mut zusammen und fragte Rafyndor: „Waldhüter... ähm, Rafyndor, was meint Ihr... ähm, was meinst du mit: Ihre Sprache ist so eingeschränkt?“
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Rafyndor erklärte, dass es ihm schwer fiel, mit den Blauschnäuzchen zu kommunizieren.
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Rafyndor erklärte: „Mit nahezu allen Tieren kann ich mich ganz normal in ihrer Sprache unterhalten. Bei den Blauschnäuzchen gelingt mir dies jedoch nicht. Als ich sie einmal fragte, warum sie so gerne etwas fressen, was ihnen nicht bekommt, schauten sie mich nur vollkommen verständnislos an. Daraufhin habe ich ihnen die Pflanze vor die Schnauzen gehalten und, als sie hineinbeißen wollten, gefragt, warum sie das gerne fressen möchten. Wieder war ein verständnisloser Blick die Antwort. Dann habe ich einen neuen Versuch gestartet und ihnen einfach gesagt, dass diese Pflanze nicht gut für sie ist. Und kaum hatte ich mich umgedreht, waren sie wieder darüber hergefallen.“
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Rafyndor seufzte und schüttelte resigniert den Kopf.
Arokando verstand.
Als sich die beiden mit Holzpflöcken und magischen Netzen auf den Weg machten, freute sich Arokando darauf, diese Tiere kennenzulernen. Sie liefen eine ganze Weile tief in den Wald hinein, bis sie endlich die Umhegung erreicht hatten.
„Wir legen hier jetzt erst einmal die Sachen ab“, erklärte Rafyndor. „Dann gehst du in diese Richtung und ich in die andere Richtung einmal um das Areal herum. Wir kontrollieren die Festigkeit der Netze. Solltest du ein Problem feststellen, markiere die Stelle mit dieser Rune. Dann finden wir sie schneller wieder. Auf der anderen Seite treffen wir uns und werden uns anschließend an die Reparatur begeben. Einverstanden?“
Arokando nickte, und sie trennten sich.
Von Weitem sah der kleine Goblin eine Gruppe Blauschnäuzchen an der Umhegung stehen. Als er jedoch näher kam, ergriffen sie sofort die Flucht.
Schade, dachte Arokando. Sie scheinen doch sehr schüchtern zu sein.
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Gewissenhaft prüfte er die Netze und hatte auch schon drei Stellen entdeckt, die ausgebessert werden mussten.
Als Arokando erneut einige Blauschnäuzchen an der Umhegung stehen sah, näherte er sich dieser Stelle sehr vorsichtig. Doch selbst bei seiner äußerst langsamen Annäherung flüchteten die Tiere, sobald er eine gewisse Distanz unterschritt.
Das würde noch lange dauern, bis ihm die Tiere vertrauten, dachte er schulterzuckend.
Nach einer Stunde hatte er die Umhegung so weit umrundet, dass er von Weitem Rafyndor sah, der ebenfalls die Netze prüfte.
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Gewissenhaft prüfte Arokando die Netze und markierte die Stellen, an denen Ausbesserungen vorgenommen werden mussten.
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Ein wenig neidisch beobachtete er, wie die Blauschnäuzchen ihm neugierig folgten und er sie bisweilen sogar vertreiben musste, damit sie ihm beim Prüfen der Netze nicht in die Finger bissen.
Nun ja, dachte Arokando, den kennen sie ja auch schon lange. Da geht die Scheu bestimmt irgendwann verloren.
Schließlich trafen Rafyndor und der junge Goblin aufeinander. Rafyndor schaute Arokando fragend an.
„Ich habe ungefähr sechs Stellen gefunden, die etwas nachgebessert werden könnten“, berichtete der Goblin.
Rafyndor setzte sich sofort in Bewegung und entgegnete: „Zeig sie mir mal, damit ich mir das näher anschauen kann.“
Somit gingen die beiden gemeinsam die Strecke zurück, die Arokando zuvor entlanggegangen war.
„Rafyndor“, sprach der junge Goblin den Waldhüter noch immer ein wenig schüchtern an, „die Blauschnäuzchen sind wohl sehr scheu, oder? Sie sind immer davongerannt, wenn ich mich ihnen näherte.“
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Rafyndor wunderte sich, dass die Blauschnäuzchen vor Arokando flohen, da sie normalerweise jedem auf die Pelle rückten, der am Gehege entlang lief.
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Rafyndor blieb abrupt stehen und schaute ihn überrascht an. Vollkommen verdattert fragte er: „Sie sind vor dir davongerannt?“
Arokando nickte.
„Das ist aber mal ein seltsames Verhalten“, meinte Rafyndor nachdenklich. „Normalerweise laufen sie stets hinter einem her, vermutlich weil sie hoffen, dass sie freigelassen werden. Ich habe noch nie gehört, dass sie vor einem Wesen davongerannt wären.“
Mit nachdenklichem Gesicht setzte er sich wieder in Bewegung und kontrollierte die Stellen, die Arokando markiert hatte.
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Nach Beendigung des Rundgangs stellte Rafyndor anerkennend fest: „Du hast gute Arbeit geleistet.“
Der junge Goblin freute sich über das Lob. Er hatte während des Rest des Weges intensiv darüber nachgedacht, was Rafyndor ihm über die Blauschnäuzchen mitgeteilt hatte.
Nun wandte er sich an den Waldhüter und erkundigte sich: „welche Pflanzen sind es, die die Blauschnäuzchen so gerne fressen und die ihnen nicht guttun?“
Rafyndor sah sich um.
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Einige Meter von ihnen entfernt wuchs ein kleines Bündel gelb-orange leuchtender Pflanzen, die sich durch große Blätter an dünnen Stielen auszeichneten.
„Diese gelb-orangen Pilogi-Pflanzen sind es. Warum fragst du?“, wollte Rafyndor wissen.
Arokando scheute sich, den Verdacht, der ihm gekommen war, laut auszusprechen.
Deshalb sagte er lediglich mit etwas trauriger Stimme: „Ich würde gerne etwas testen. Wenn meine Vermutung richtig ist, werden sie Pflanzen, die ich pflücke, nicht anrühren.“
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Blauschnäuzchen waren ganz wild auf Pilogi-Pflanzen.
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Rafyndor schaute ihn verwirrt an. Warum klang die Stimme des jungen Goblins so niedergeschlagen? Und warum sollten die Blauschnäuzchen die Pflanzen, die Arokando berührt hatte, nicht fressen wollen? Sie waren doch sonst immer so heiß hinter ihnen her?
„Du willst die Blauschnäuzchen absichtlich mit den Pilogi-Pflanzen füttern?“, fragte der Waldhüter misstrauisch.
Arokando nickte.
„Das wäre kein Versuch, der den Blauschnäuzchen guttäte“, antwortete Rafyndor schroff. Es war offensichtlich, dass er sich über diesen Vorschlag ärgerte.
„Bitte, Rafyndor“, drängte Arokando. „Ich habe einen Verdacht, warum die Blauschnäuzchen vor mir fliehen. Aber dazu muss ich wissen, ob sie wirklich die von mir gepflückten Pflanzen nicht anrühren werden. Du kannst ja hier stehen bleiben und sie zur Not vertreiben, sollten sie drangehen wollen.“
Dass Arokando innerhalb eines Tages herausbekommen haben wollte, worüber die Gelehrten seit Jahrhunderten forschten, bezweifelte Rafyndor. Aber er war neugierig geworden, mit welch hanebüchenen Idee der junge Goblin um die Ecke kommen würde. Daher stimmte er dem Versuch zögernd zu.
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Die Blauschnäuzchen schnüffelten interessiert an den Pilogi-Pflanzen.
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Arokando pflückte das Bündel Pigoli-Pflanzen und warf es in das Areal der Blauschnäuzchen. Dann zog er sich weit in den Wald zurück. Kaum hatte er sich aus dem Blickfeld der Blauschnäuzchen entfernt, kamen sie zu Rafyndor angesprungen. Sie schnüffelten neugierig an den Pigoli-Pflanzen, und Rafyndor wollte gerade eingreifen, als sie plötzlich einen Sprung nach hinten machten und die Pflanzen ignorierten. Der Waldhüter war sprachlos.
Er signalisierte Arokando, dass er zurückkommen sollte. Kaum tauchte der junge Goblin wieder im Blickfeld der Blauschnäuzchen auf, flohen sie weit in ihr Areal hinein.
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Arokando fühlte sich geschmeichelt, dass er den Waldhüter mit einer Erkenntnis überraschen konnte..
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„Da du gesagt hast“, begann Arokando, „dass die Blauschnäuzchen sonst hinter jedem herrennen und nur bei mir eine Ausnahme gemacht haben, habe ich überlegt, was an mir anders sein könnte als an allen anderen Wesen, die die Blauschnäuzchen besuchen. Und“, er seufzte tief auf, „mir fiel nur die Anwendung der dunklen Magie ein. Vermutlich sind selten Wesen hier, die schon einmal dunkle Magie benutzt haben.“
Rafyndor dachte nach und nickte langsam.
Beeindruckt fragte er: „Und wie bist du darauf gekommen, dass sie die Pflanzen von dir nicht annehmen würden?“
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Rafyndor wollte von Arokando wissen, wie er auf die Idee gekommen war, dass die Blauschnäuzchen keine Pilogi-Pflanzen fraßen, die er berührt hatte.
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„Wenn die Blauschnäuzchen schon aus der Weite erkennen können, dass ich mit dunkler Magie hantiert habe“, erklärte der junge Goblin, „dann würden sie vermutlich auch die Pflanzen nicht berühren, die ein dunkler Magier wie ich berührt hat.“
Er seufzte erneut tief auf.
„Du bist kein dunkler Magier“, sagte Rafyndor aufmunternd, „aber deine Überlegung scheint Hand und Fuß zu haben.“ Nachdenklich fügte er hinzu: „Es ist erstaunlich, dass die Fachliteratur über diesen Zusammenhang bisher nichts berichtet.“
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Eher scherzhaft gemeint, schlug Arokando vor, seine Theorie mithilfe seiner Nachbarn zu testen.
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Eher scherzhaft, aber mit einem bitteren Ton in der Stimme, meinte Arokando: „Wenn ich meine Nachbarn dazu überreden könnte, hier herzukommen, dann könnten wir kontrollieren, ob die Blauschnäuzchen auch auf diese beiden ähnlich reagieren. Schließlich nutzen diese häufiger dunkle Flüche.“
Rafyndor dachte nach.
„Du erwähntest, dass deine Nachbarn recht leicht in Streit geraten. Könnten sie nicht auch in ihrer Wut dunkle Flüche auf die Tiere absondern?“, fragte er mit gerunzelter Stirn.
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Arokando zuckte mit den Schultern und musste zugeben: „Das weiß ich nicht. Allerdings haben sie ihren Zorn noch nie an anderen oder an Dingen ausgelassen. Die dunklen Flüche gingen immer nur auf ihren Gegenüber. Zudem scheinen die beiden die Kraft der dunklen Flüche regulieren zu können, denn so richtig schlimm verletzt haben sie sich noch nie.“
Er machte eine kurze Pause und setzte dann nach: „Aber wer kann schon mit Sicherheit sagen, wie sie reagieren werden, wenn sich der Streit so richtig aufgeladen hat!“
„Ich muss gestehen“, sagte Rafyndor lächelnd, „du hast mich neugierig gemacht, ob die Blauschnäuzchen tatsächlich vor dunkler Magie Reißaus nehmen − oder ob es an etwas anderem liegt. Würden deine Nachbarn einer Einladung von mir folgen, wenn ich ihnen vorschlage, mit uns beiden gemeinsam eine Herde sehr scheuer Blauschnäuzchen zu beobachten?“
Arokando schaute Rafyndor groß an. Er hatte nicht damit gerechnet, dass der Waldhüter auf seinen eher scherzhaft gemeinten Vorschlag eingehen würde.
„Um das zu testen“, antwortete er, „dürfte ich aber nicht dabei sein, denn sonst weißt du ja nicht, ob die Blauschnäuzchen nicht einfach nur vor mir weggelaufen sind.“
„Da hast du recht“, antwortete Rafyndor anerkennend. „Dann muss die Einladung nur an deine Nachbarn erfolgen. Meinst du, sie würden sich darauf einlassen?“
„Ich muss gestehen“, sagte der junge Goblin, „das weiß ich nicht. Aber ich kann ihnen ja mal sagen, dass du sie für morgen Abend einlädst. Morgen Nachmittag gebe ich dir dann bescheid, wie sie reagiert haben und ob sie kommen werden.“
Rafyndor schaute Arokando schweigend an, der unter diesem Blick etwas nervös wurde.
„Ich muss schon sagen“, gestand der Waldhüter lächelnd, „du scheinst ein recht intelligenter junger Bursche zu sein. Es wäre eine Schande gewesen, hätten dich die Lehrmeister vom Unterricht ausgeschlossen.“
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Rafyndor war von der Intelligenz des jungen Goblins tief beeindruckt.
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