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Während Tarodastrus die nächste Grube mit Erde füllte, konnte er im Augenwinkel beobachten, wie Sadothus mit dem jungen Vykati sprach und seine Miene plötzlich in Bestürzung wechselte. Kaum hatte Tarodastrus das Loch zugeschüttet und die Erde festgetreten, riss ihm Sadothus die Schaufel aus der Hand und begann hektisch das nächste Loch zu füllen.
Sein Gesicht war angespannt und häufig blickte er nervös zu dem jungen Vykati hinüber. Kaum hatte er das eine Loch geschlossen, eilte er zum nächsten, um auch dieses wieder mit Erde zu füllen. Es wirkte fast so, als sei er mit einem Mal besessen.
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Als Tarodastrus ihm die Schaufel abnehmen wollte, wandte sich Sadothus von ihm ab und sagte rigoros: „Nein!“ Daraufhin schaufelte er verbissen weiter. Was war nur los mit ihm?
Nach der dritten Mulde, die Sadothus in Folge gefüllt hatte, und einem weiteren unsicheren Blick auf den apathisch wirkenden jungen Vykati, meinte Tarodastrus endlich die Beweggründe seines Freundes zu verstehen: Wahrscheinlich hatte er − wie Tarodastrus vor ihm − erkannt, dass der Geist des jungen Vykati nicht mehr sicher in seinem Körper verankert war. Vermutlich machte sich Sadothus Gedanken darüber, ob der Gravitationszauber größere Folgen gehabt hatte, als vorgesehen.
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Tarodastrus beobachtete Sadothus, der wie ein Besessener ein Loch nach dem anderen mit Erde füllte.
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Tarodastrus konnte Sadothus' Schuldgefühle zwar nachvollziehen, doch fühlte er sich außer Stande, ihm Trost anzubieten, der nicht hohl und falsch geklungen hätte. Er musste Sadothus mit seinem Seelenschmerz allein lassen.
Nach knapp einer Stunde waren alle Mulden wieder mit Erde gefüllt und festgetreten. Die Luft hatte sich vollständig beruhigt, die springenden Felsen waren zur Ruhe gekommen und die manipulierende Magie der Sternenblumen war zu Tarodastrus' großer Erleichterung zurückgegangen. Es war alles so, wie Tarodastrus es bei seinem ersten Besuch im Jada-Schrein vorgefunden hatte. Resogurion hatte die magische Instabilität vollkommen eingedämmt.
Allerdings hatte die Herstellung des ursprünglichen Zustands des Jada-Schreins keinerlei Auswirkung auf die Verfassung des jungen Vykati. Dieser lag nach wie vor apathisch auf dem Bode und war nicht ansprechbar. Auch der Waldgeist war verschwunden − vermutlich war er zu seiner Gefährtin zurück gekehrt.
Sadothus fiel sichtlich in sich zusammen. Er stand mit hängenden Schultern auf der festgetretenen Erde und stierte vor sich hin. Tarodastrus fühlte mit ihm, doch konnte er ihm nicht beistehen.
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Tarodastrus hörte von Resogurion, dass Sadothus an Murkus' Zustand keine Schuld trug.
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Plötzlich vernahm er Resogurions Gedanken in seinem Kopf: Sag Sadothus, dass er die falsche Schuld trägt.
Tarodastrus verstand nicht sofort und fragte: Was meinst du damit?
Der Geist des jungen Vykati, erklärte Resogurion weiter, war bereits zerrüttet, bevor Sadothus' Zauber ihn traf.
Hoffnung breitete sich in Tarodastrus aus. Vielleicht konnte er Sadothus aus seinen düsteren Gedanken herausholen.
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Er trat auf ihn zu und sprach ihn leise an: „Der junge Vykati hat seinen Geist selbst zerstört. Du trägst keine Schuld daran.“
Langsam hob Sadothus seinen Kopf und schaute ihn mit unendlich traurigen Augen an. Tarodastrus konnte nicht verhindern, dass ihm der hoffnungslose Blick seines Freundes einen heftigen Stich ins Herz gab.
Er glaubt mir nicht, dachte Tarodastrus verzweifelt und erhielt umgehend von Resogurion die Antwort: Schon bevor ihr bei ihm eingetroffen wart, lebte der junge Vykati in einer verzerrten Wahrnehmung. Ich hatte keinen Zugang zu seinen Gedanken. Sie waren schon zu jenem Zeitpunkt für immer verloren.
Tarodastrus gab auch diese Erklärung an Sadothus weiter: „Resogurion hat schon vor deinem gesprochenen Zauber gespürt, dass der Geist des jungen Vykati den Bezug zur Realität unwiederbringlich verloren hatte. Die Magie der Sternenblumen hat nach ihm gegriffen. Er konnte sich ihr nicht widersetzen.“
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Es war ihm wichtig, dass sein Freund verstand, welche Ursache den Geist des jungen Vykati zersetzt hatte, damit er erkannte, dass er keinerlei Schuld an dessen Verfassung trug.
Zu seinem Erstaunen brüllte Sadothus ihn jedoch zornig an: „Jetzt hör endlich mit diesem Quatsch auf!“
Unmittelbar darauf verwandelte sich dessen wütender Gesichtsausdruck allerdings in schieres Entsetzen, was Tarodastrus vollends aus dem Gleichgewicht brachte.
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Tarodastrus versuchte Sadothus zu erklären, dass sich Murkhus' Geist in der Magie der Sternenblumen verloren hatte.
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Er spürte, dass Sadothus sich so sehr in seine Schuldgefühle verstrickt hatte, dass er sich gegen jeden Erklärungsversuch sperrte, der ihn daraus befreien würde. So entschloss sich Tarodastrus, seinem Freund die Sternenblumen zu zeigen, obwohl sich in ihn ihm alles dagegen sträubte, erneut in deren Wirkungskreis zu geraten.
Resogurion, sprach er das Geisterwesen in Gedanken an, ich werde Sadothus zu den Sternenblumen führen. Halte ein Auge auf unseren Geist und greif ein, wenn du spürst, dass einer von uns sich in der Magie dieser Pflanzen verliert, bat er.
Dann sagte er zu Sadothus: „Komm mit“, und ging ein wenig zögerlich auf den hinteren Teil des Jada-Schreins zu. Schon bald spürte er die betörende Magie der Sternenblumen einsetzen. Sadothus folgte ihm niedergeschlagen und ermattet.
Er wird für die betörende Wirkung der Sternenblumen empfänglich sein, befürchtete Tarodastrus.
Kurz zögerte er, doch er hatte keine andere Wahl. Er musste es riskieren. Um Sadothus von seinen Seelenqualen zu erlösen, musste dieser verstehen, was der junge Vykati empfunden hatte.
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Tarodastrus verließ sich auf Resogurions Schutz und umrundete die Jada-Eichen.
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So verließ sich Tarodastrus auf Resogurions Schutz und umrundete die Jada-Eichen.
Er spürte wieder diese seltsame Mischung aus Ehrfurcht und Verwirrung, die er bei seinem ersten Besuch hier verspürt hatte, und nahm erneut die Auflösung der vykatianischen Werte wahr. Doch anders als beim ersten Mal trafen ihn diese Emotionen und Gedanken nicht unvorbereitet und so konnte er ihnen leichter widerstehen.
Am Blumenfeld angekommen, erklärte er für Sadothus: „Das sind Sternenblumen.“
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Sein Freund schaute erst ihn mit irritiertem Blick an, dann auf die Blumen hinunter, und Tarodastrus erkannte mit Bestürzung, dass dieser sich augenblicklich in ihre Magie verlor. Seine Muskeln entspannten sich, seine Augen nahmen einen trüben Glanz an und ein seliges Lächeln legte sich auf sein Gesicht.
Resogurion!, dachte Tarodastrus mit Anspannung. Halte seinen Geist fest!
Keine Sorge, erklang Resogurions ruhige Stimme in seinen Gedanken, er wird nicht fallen.
Als Sadothus seinen Blick von den Blumen wieder zu ihm zwang, sagte Tarodastrus entschlossen: „Wir gehen zurück!“
Doch Sadothus' Blick wanderte erneut zu den Blumen und langsam schüttelte er den Kopf. Er schien die Blumen nicht verlassen zu wollen.
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„Sadotus“, forderte Tarodastrus mit strenger Stimme dessen Aufmerksamkeit ein, „wir gehen zurück!“
Er fasste ihn am Arm und zog ihn mit sich mit. Im ersten Augenblick befürchtete er, sein Freund wolle sich von ihm losreißen, doch letztendlich folgte er doch seiner sanften Gewalt zurück in den vorderen Teil des Jada-Schreins.
Kaum waren sie aus dem Wirkungskreis der Sternenblumen herausgetreten, schüttelte sich Sadothus. Seine Hände begannen zu zittern und sein Gesicht zeigte tiefe Verwirrung.
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Tarodastrus forderte Sadothus mit strenger Stimme auf, sich von den Sternenblumen zu lösen.
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Daher schob Tarodastrus ihn weiter zum Rubinmoos und forderte ihn mit Strenge in der Stimme auf: „Leg die Hände darauf.“
Sadothus gehorchte, und Tarodastrus nahm augenblicklich die Veränderung in dessen Gesicht wahr. Der beruhigenden Wirkung dieser magischen Pflanze konnte sich sein Freund nicht entziehen.
Tarodastrus begann zu erklären: „Du hast gerade die betörende Wirkung der Sternenblumen erlebt. Resogurion hat auf dich Acht gegeben, dass du dich in der Magie dieser Pflanzen nicht verlierst. Der junge Vykati hatte diese Kontrollinstanz nicht und war den Blumen schutzlos ausgeliefert. Sein Geist hatte sich in ihnen schon verloren, bevor du den Gravitationszauber ausgesprochen hattest. Daher konntest du keinen weiteren Schaden bei ihm anrichten. Er hat ihn sich durch den Versuch, das magische Artefakt auszugraben, selbst zugefügt.“
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Während das Rubinmoos beruhigend auf Sadothus wirkte, erklärte ihm Tarodastrus, dass Murkhus an seinem Zustand selbst Schuld hatte.
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Tarodastrus' Perspektive
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Sadothus' Perspektive
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