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Was ging im Jada-Schrein nur vor sich, dachte Hariphor besorgt. Seine Gedanken überschlugen sich und voller Panik rief er laut: „Maheravo Korvum-Rabe!“
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Kaum hatte er es ausgesprochen, erklang von der Lichtung her ein lauter Knall, der ihn zusammenzucken ließ. Was war dort geschehen? Und wie lange benötigte der Rabe noch?
Hariphor musste unbedingt schnell zum Jada-Schrein und sehen, was dort passierte! Die Geräusche, die von dort herüberschallten, verhießen Entsetzliches! Ungeduldig blickte er zum Himmel empor.
Er wollte gerade zu einem neuen Ruf ansetzen, da erblickte er einen Raben, der mit zitternden Flügelschlägen auf ihm zugeflogen kam.
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Hariphor hörte einen lauten Knall und machte sich große Sorgen darüber, was im Jada-Schrein vor sich ging.
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Die Augen des Tieres blickten ängstlich, als er sich auf Hariphors hingehaltenen Unterarm niederließ. So ruhig, wie es ihm in dieser Situation möglich war, sprach Hariphor: „Kagius, ich brauche dringend deine Hilfe.“
Der Angesprochene schluckte schwer, nickte aber.
„Kannst du auf Vanakara acht geben, während ich im Jada-Schrein nach dem Rechten sehe? Falls sich eine Gefahr für sie ergibt, oder sich ihr Zustand verschlimmert, gibt mir bitte umgehend Bescheid.“
Erneute schluckte Kagius schwer, nickte aber wiederum. Er ließ sich vorsichtig auf einen springenden, moosbewachsenen Felsen zu Füßen Vanakaras nieder und plusterte ängstlich sein Gefieder auf.
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Der Korvum-Rabe erklärte sich bereit, auf Vanakara acht zu geben und Hariphor rannte zum Jada-Schrein.
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Hariphor konnte nun sicher sein, dass er Vanakara nicht unbeobachtet und schutzlos zurückließ und eilte zum Jada-Schrein.
Doch kaum war er los geeilt, kam ihm schon der schwarzhaarige Vykati entgegen: „Keine Zauber aussprechen!“, rief dieser aufgeregt. „In einer magischen Instabilität führen diese zu ungeahnten Nebenwirkungen!“
Hariphor verstand die Nervosität des Vykati nicht. Er hatte nicht vor, einen Zauber zu wirken. Es wäre unverantwortlich in einer so unsicheren Situation Magie anzuwenden.
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Doch mit einem Mal fiel ihm ein, dass er den Korvum-Raben gerufen hatte. Der Ruf des Botenvogels war ihm so geläufig, dass er gar nicht darüber nachgedacht hatte, dass er damit Magie wirkte. Bei allen Sternen des Himmels, was hatte er nur getan? Ging der Knall vorhin etwa auf seine unbedachte Handlung zurück?
Hariphors Augen weiteten sich vor Schreck. Seine Hände begannen zu zittern.
„Was ist passiert?“, fragte er den Vykati mit bebender Stimme.
Außer Atem erklärte der Vykati: „Eine der Jada-Eichen ist eingerissen. Ich befürchte, Eure Gemütslage hat sich in dem Baum niedergeschlagen.“
Hariphors Befürchtung schlug um in Entsetzen. Der Jada-Schrein! Er, der Waldhüter des Silberwindhains, den der Schutz des Waldes am Herzen lag, hatte das Heiligtum durch einen unbedachten Zauberspruch beschädigt. Das konnte nicht sein! Das durfte nicht sein!
Er musste sofort zum Jada-Schrein und mit eigenen Augen sehen, was seine unbedachte Handlung angerichtet hatte! Vielleicht war noch was zu retten!
Ohne auf den Vykati zu achten, rannte er los.
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Als Hariphor den Jada-Schrein erreichte, betrachtete er die Bäume im Zentrum der Lichtung. Das Flirren verhinderte einen genauen Blick, der Riss jedoch war deutlich zu sehen. Er reichte tief in eine der Jada-Eichen hinein.
Um der Sterne willen!, dachte Hariphor entgeistert. Was hatte er hier nur angerichtet?
In diesem Augenblick fiel ihm der Kartograph auf, der zu Füßen des beschädigten Baumes mit einer Schaufel hantierte, während ein anderer Vykati weinend am Boden lag. Was passierte dort? Hatte der Kartograph nun doch vor, das Artefakt auszugraben?
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Hariphor betrachtete den Riss im Baum und bemerkte den Kartographen, der mit der Schaufel hantierte.
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„Nein“, flüsterte er erzürnt, „das werde ich zu verhindern wissen!“
Er wollte gerade auf den Kartographen zustürmen, da fühlte er, wie ihn jemand am Arm packte, um ihn zurückzuhalten.
Mit ruhiger Stimme erklärte der schwarzhaarige Vykati neben ihm: „Tarodastrus will das Loch schließen. Er hebt es nicht aus.“
Hariphor war zu erregt, um die Worte sofort zu erfassen. Doch dann schlugen sie bei ihm ein wie ein Donnerschlag: Tarodastrus? Kein einfacher, vykatianischer Kartograph?
„Das ist der Hüter des Lichtes?“, fragte er fassungslos.
Der Vykati neben ihm nickte.
Hariphors Blick kehrte zu dem schippenden Kartographen zurück. Er erinnerte sich an seine erste Begegnung mit ihm, und welch schlechte Vorstellung er sich von diesem gemacht hatte.
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Hariphor fühlte sich beschämt, weil er dem Hüter des Lichtes beim ersten Treffen so negativ gegenüber aufgetreten war.
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Ach, hätte er doch nur schon zu jener Zeit eine Ahnung gehabt, wer da vor ihm stand, dachte der Waldgeist beschämt. Dann hätte er sich ihm gegenüber ganz anders verhalten, nicht so misstrauisch und feindselig. Aber woher hätte er es wissen sollen? Schließlich hatte sich der Hüter des Lichtes nicht zu Erkennen gegeben!
Als Hariphor den Kartographen nun genauer betrachtete, erkannte er, dass der Schwarzhaarige recht hatte: Der Hüter des Lichtes hatte das Loch geschlossen, nicht vergrößert. Er konnte sehen, wie er die Erde darauf festtrat und sich dann umsah. Er blickte jedoch nicht in ihre Richtung, sondern hinauf zu dem Riss des Baums.
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Mit einem Mal sagte der Vykati neben ihm: „Bleibt hier. Tarodastrus und ich werden versuchen, die Stabilität der Magie wieder herzustellen.“
Hariphor nickte tief beeindruckt.
Wenn nicht die mächtigen Vykati eingreifen konnten, wer dann? Ihm, einem einfachen Waldgeist, fehlten die magischen Fähigkeiten für eine derart komplexe Aufgabe. Das musste er jenen überlassen, die weit größere Kräfte besaßen als er selbst.
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Also beobachtete er, wie der Schwarzhaarige zu dem Hüter des Lichtes trat und zunächst schweigend mit ihm den Schaden an der Jada-Eiche betrachtete.
Nach einem kurzen Blick über den Jada-Schrein hörte der Waldgeist den fremden Vykati sagen: „Wie ich sehe, hast du die entscheidende Mulde schon geschlossen.“
Der Hüter des Lichtes nickte kurz, und Hariphor bemerkte, dass dieser auch seinem Bekannten gegenüber nicht gesprächiger war als damals gegenüber den Waldgeistern.
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Hariphor beobachtete, wie der Hüter des Lichtes und der schwarzhaarige Vykati gemeinsam schweigend den Schaden des Baum betrachteten.
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Doch das schien den Schwarzhaarigen nicht abzuschrecken, denn er erklärte weiter: „Ich bin mir sicher, dass wenn wir die anderen Löcher ebenfalls schließen, die Magie schrittweise wieder hergestellt wird. Nur so können wir dieses Gebiet wieder frei zugänglich machen. Ansonsten wäre hier jeder Aufenthalt eines Magiers höchst gefährlich.“
Das klang vernünftig, dachte Hariphor, wunderte sich jedoch darüber, dass der Hüter des Lichtes schwieg und keine Reaktion zeigte. Der Schwarzhaarige wartete geduldig auf dessen Antwort. Er bedrängte ihn nicht. Anscheinend war das, was Hariphor damals für Arroganz und Überheblichkeit gehalten hatte, eine Eigenart des Hüter des Lichtes. Er schien manchmal etwas schwerfällig Entscheidungen treffen zu können.
Endlich nickte der Hüter des Lichtes kurz, doch noch immer unternahmen die beiden Vykati nichts.
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Hariphor fragte sich, warum die beiden Vykati nicht einfach mit dem Zuschippen der Löcher begannen.
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Hariphor runzelte die Stirn. Warum begannen sie nicht einfach mit dem Zuschaufeln der Löcher?
Er war nahe daran, dem Hüter des Lichtes die Schippe zu entreißen und die Idee des anderen Vykati selbst in die Tat umzusetzen.
Doch gerade, als er den Fuß auf die Lichtung setzen wollte, drückte der Hüter des Lichtes dem Schwarzhaarigen die Schaufel in die Hand und sagte: „In Ordnung.“
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Der fremde Vykati legte los. Doch zunächst spürte Hariphor keinen Unterschied. Möglicherweise war die Überlegung doch falsch gewesen, und das Zuschütten der Gruben reichte nicht aus, um die magische Instabilität in den Griff zu bekommen.
Doch ganz allmählich nahm das Flirren in der Luft ab. Es wurde ruhiger.
Hariphor atmete erleichtert auf. Vielleicht konnten der Hüter des Lichts und dieser fremde Vykati den Jada-Schrein und den Silberwindhain doch noch retten.
Er wandte seinen Blick zu dem berühmten Vykati, und für einen Augenblick trafen sich ihre Blicke. Dann drehte sich der Hüter des Lichtes zu seinem Freund um.
Hariphor ging in seinen Gedanken zu seiner ersten Begegnung mit dem damals für ihn vollkommen namenslosen Kartographen zurück. Damals hatte er geplant, ihn mit einem Ortsbann zu belegen, was dann aufgrund der Erklärung des Vykati nicht mehr vonnöten gewesen war. Manomar sei Dank!
Es wäre nicht auszudenken, hätte der Hüter des Lichtes jetzt nicht eingreifen können, weil Hariphor ihn gebannt hätte!
So gesehen, stellte sich sogar Vanakaras riskante Entscheidung, ihn zum Jada-Schrein zu führen, als ungeahnter Glücksfall heraus. Ob sie instinktiv gespürt hatte, dass dieser Vykati etwas Besonderes war?
Mit den Gedanken an Vanakara kehrte schlagartig auch ihre aktuelle Verfassung in sein Bewusstsein zurück, welche aufgrund der Offenbarung, dass sich der berühmteste Vykati hier im Jada-Schrein aufhielt, aus seinem Gedächtnis verschwunden war.
Ach du liebe Magie, wie konnte er sie nur vergessen!
Da sich hier ja nun alles langsam zu regeln schien, gab es keinen Grund mehr für ihn, hier zu bleiben. So wandte er sich um und ging eiligen Schrittes zu der Stelle zurück, an der er Vanakara in Kagius' Obhut zurückgelassen hatte.
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Hariphor fiel mit Schrecken auf, dass er die ohnmächtige Vanakara vergessen hatte.
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Tarodastrus' Perspektive
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Aus der Sicht des jungen Vykati
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Sadothus' Perspektive
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Aus der Sicht des Waldgeistmannes
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