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Auf dem Weg zum Jada-Schrein gingen Vanakara und der Vykati schweigend nebeneinander her. Diese Stille gab ihr die Möglichkeit, ihre Entscheidung noch einmal sorgfältig zu überdenken.
Die Waldgeister allein konnten die Vykati nicht aufhalten, falls diese entschlossen waren, das Artefakt aus dem Jada-Schrein zu entfernen. Und selbst die Elfen würden einen solchen Versuch vermutlich nicht dauerhaft verhindern können.
Damit blieb ihr nur eine Möglichkeit: Sie musste den Vykati, der neben ihr ging, davon überzeugen, dass das Artefakt im Boden verbleiben musste.
Ob ihr das gelingen würde, wusste sie jedoch nicht.
Immer wieder drängten sich dieselben beunruhigenden Fragen in ihr Bewusstsein.
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Schweigend liefen der Vykati und Vanakara nebeneinander her.
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War der Schutzschirm über dem Jada-Schrein noch immer intakt? Wie würde der Vykati reagieren, sobald er ungehinderten Zugriff auf das Artefakt hatte? Und brachte sie vielleicht sogar die seltenen magischen Pflanzen in Gefahr, wenn sie ihn erst einmal dorthin führte?
Es war ein gefährliches Spiel, auf das sie sich eingelassen hatte. Das wusste sie. Und beinahe jeder Schritt, den sie machte, wurde von Zweifeln begleitet. Tue ich wirklich das Richtige?
Doch jedes Mal meldete sich diese leise Stimme in ihrem Inneren zurück: Du hast keine andere Wahl.
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Vanakara erkannte schon von weitem den Jada-Schrein.
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Als der Jada-Schrein schließlich in Sichtweite kam, begann Vanakara den Vykati neben sich unauffällig zu beobachten.
Falls der Schutzschirm noch wirkte, würde er nichts weiter sehen als eine leere Lichtung.
Sie selbst hingegen erkannte längst die gewaltigen Jada-Eichen, deren Stämme so eng beieinander standen, als wären sie aus einer einzigen mächtigen Wurzel hervorgegangen und würden gemeinsam bis in den Himmel ragen. Davor lag der große Felsen, bedeckt mit dem leuchtenden roten Rubinmoos.
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Doch der Vykati zeigte keinerlei Reaktion. Sein Gesicht blieb ebenso unbewegt wie zuvor.
Innerlich seufzte Vanakara. Es wäre wohl zu viel verlangt gewesen, wenn er endlich einmal eine Gefühlsregung gezeigt hätte.
Schließlich blieb sie vor dem Jada-Schrein stehen. Der Vykati sah sich langsam um.
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Dann hob er fragend eine Augenbraue.
Vanakara hielt den Atem an. Konnte sie diese Reaktion als Zeichen dafür deuten, dass er tatsächlich nichts weiter als eine leere Lichtung sah? Eine vorsichtige Hoffnung breitete sich in ihr aus. Wenn dem so war, dann funktionierte der Schutzschirm weiterhin. Das Heiligtum war noch verborgen.
Doch sofort kehrte die beunruhigende Frage zurück: Wenn der Schutzschirm noch wirkte − wie hatte der andere Vykati dann den Jada-Schrein betreten können?
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Der Vykati schien den Jada-Schrein nicht sehen zu können.
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„Wisst Ihr, wie Euer Auftraggeber zum Jada-Schrein gelangen konnte?“, fragte sie den Vykati nachdenklich.
Der Vykati sah sie schweigend an. Wie immer blieb sein Gesicht völlig unbewegt, eine undurchdringliche Maske.
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Vanakara überlegte, wie der andere Vykati durch den magischen Schutzschirm gekommen sein könnte.
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Diese Ausdruckslosigkeit machte Vanakara nervös, weshalb sie schnell ergänzte: „Ich frage nur, weil über dem Jada-Schrein ein magischer Schutzschirm liegt, der verhindert, dass Fremde diesen Ort finden können.“
Der Vykati antwortete mit kühler Stimme: „Der Schutzschirm scheint nicht wirkungsvoll genug zu sein.“
Vanakara ließ seine Worte einen Moment auf sich wirken. Dann fragte sie vorsichtig: „Könnt Ihr ihn auch überwinden?“
„Führe mich zu dem Ort“, entgegnete er nur.
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Seine Antwort bestätigte ihre Vermutung. Der Vykati konnte den Jada-Schrein offenbar nicht sehen. Der Schutzschirm erfüllte weiterhin seine Aufgabe.
Vanakara konnte ein Schmunzeln nicht unterdrücken. Für einen Augenblick empfand sie beinahe Erleichterung. Doch dann zögerte sie erneut.
Sollte sie diesen letzten Schritt wirklich gehen? Sollte sie einem Vykati tatsächlich Zugang zum Jada-Schrein ermöglichen? Denn sobald er die magische Barriere einmal überwunden hatte, würde er den Weg jederzeit wiederfinden können.
Es ist die einzige Möglichkeit, die du hast, um die Vykati davon abzuhalten, das Artefakt zu stehlen, flüsterte die leise Stimme in ihrem Inneren.
Vanakara schloss kurz die Augen und holte tief Luft. Dann traf sie ihre Entscheidung. Sie wandte sich dem Vykati zu und sagte: „Gebt mir Eure Hand.“
Sie glaubte, einen Hauch von Irritation im Blick des Vykati zu erkennen. Doch nach einem kurzen Zögern reichte er ihr schließlich seine Hand.
Vanakara ergriff sie und sagte: „Kommt mit.“
Dann führte sie ihn zum Jada-Schrein.
Während sie die Lichtung betraten, beobachtete sie aufmerksam seine Reaktion.
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Kaum hatte der Vykati den geschützten Bereich erreicht, blieb er wie erstarrt stehen. Sein Gesicht blieb vollkommen unbewegt, doch seine Augen weiteten sich für einen winzigen Moment, kaum wahrnehmbar, aber Vanakara entging es nicht. Er hatte den Schutzschirm nicht aus eigener Kraft überwinden können.
Diese Erkenntnis beruhigte sie ungemein. Doch eine Frage blieb weiterhin bestehen: Wie war der andere Vykati hierher gelangt?
Vanakara ließ ihm Zeit, die Eindrücke des Jada-Schreins auf sich wirken zu lassen. Vermutlich war er überwältigt von dem, was er sah, hörte und spürte − auch wenn er nichts davon nach außen zeigte.
Vielleicht, überlegte sie, war das Volk der Vykati nicht tatsächlich unfähig, Gefühle zu empfinden, sondern hatte lediglich gelernt, sie vollkommen zu beherrschen. Vielleicht war dieser Vykati gar nicht so gefühlskalt, wie sie zunächst angenommen hatte. Möglicherweise war er einfach nur außergewöhnlich diszipliniert.
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Der Vykati erstarrte, als er den Jada-Schrein betrat und von den Sinneseindrücken hier nahezu erschlagen wurde.
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Als er bemerkte, dass sie ihn beobachtete, schien er sich wieder zu sammeln. Seine Gesichtszüge verhärteten sich, und die vertraute, undurchdringliche Maske kehrte zurück. Dann nickte er ihr kurz zu.
Vermutlich war dies bei den Vykati eine Form des Dankes, dachte Vanakara. Anschließend wandte er den Blick wieder dem Jada-Schrein zu und schien darauf zu warten, dass sie ging.
Doch ihre eigentliche Aufgabe begann erst jetzt. Sie musste ihn davon überzeugen, dass das Artefakt nicht geborgen werden durfte.
Daher deutete sie auf den großen Felsen und fragte scheinbar beiläufig: „Habt Ihr jemals ein solches rotes Moos gesehen?“
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Vanakara wies den Vykati auf das Rubinmoos hin.
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Tarodastrus' Perspektive
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Vanakaras Perspektive
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