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Langsam fand Vanakara wieder an die Oberfläche ihres Bewusstseins zurück. Sie konnte sich daran erinnern, wie sie von ihrer Hütte in Richtung Jada-Schrein gelaufen war, während ihr Kopf dröhnte. Auch an Hariphor meinte sie sich erinnern zu können, und dann… nichts mehr.
Sie erwachte auf dem Waldboden. Es roch nach Erbrochenem. Ach ja, es fiel ihr wieder ein. Der Kopfschmerz hatte sie überwältigt.
„Geht es dir jetzt etwas besser?“, hörte sie Hariphor besorgt fragen.
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Langsam kam Vanakara wieder zu sich.
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Sie suchte ihn mit ihrem Blick und lächelte ihn erschöpft an. Dann betrachtete sie die Umgebung.
Als sie hier zusammengebrochen war, schien die Natur zu springen. Doch nun war alles ruhig, so, wie es sein sollte. Hatten ihr ihre Sinne etwas vorgetäuscht?
„Was ist passiert?“, nuschelte sie. Die Stimme wollte noch nicht so recht wiederkommen, musste sie feststellen.
„Der vykatianische Kartograph und ein Bekannter von ihm haben alles wieder in Ordnung gebracht“, erklärte Hariphor sanft.
Vanakara nickte nur langsam mit dem Kopf. Es fiel ihr schwer, die Informationen zu verarbeiten.
Doch schließlich wurde ihr bewusst, was Hariphor gerade gesagt hatte. „Der vykatianische Kartograph?“, fragte sie. Sie fühlte, wie ihr Geist klarer wurde. „Der ist wieder hier?“
Hariphor nickte und fuhr fort: „Wenn du dich wieder imstande siehst zu laufen, dann werden wir zur Lichtung gehen. Die beiden Vykati sind mit Sicherheit noch vor Ort. Sie hätten auf ihrem Weg zurück hier vorbeikommen müssen.“
Vanakara horchte in sich hinein. Sie spürte die nötige Kraft in sich. Also rappelte sie sich auf und zog sich an Hariphors Hand hoch, die er ihr hilfreich entgegenstreckte. Sie fühlte sich zwar schwach, aber ihre Füße gehorchten ihr. Langsam begann sie sich in Bewegung zu setzen.
Immer wieder spürte sie Hariphors besorgten Blick auf sich ruhen. Schließlich meinte sie lächelnd: „Es geht mir gut.“
Hariphor nickte, doch die Sorgenfalte auf seiner Stirn verschwand nicht. So schritten sie eine Zeit lang schweigend nebeneinander her, bis Hariphor plötzlich meinte: „Der vykatianische Kartograph, den du damals zum Jada-Schrein geführt hast, ist der Hüter des Lichtes.“
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Hariphor erwähnte, dass der vykatianische Kartograph der Hüter des Lichtes war.
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Vanakara blieb augenblicklich stehen. Was hatte Hariphor gerade gesagt? Dieser stille Vykati, den sie vor über einem Monat im Silberwindhain getroffen hatte, war der Hüter des Lichtes?
Sie erinnerte sich mit einem Mal daran, dass er sich überaus schnell von dem erschütternden Erlebnis mit den Sternenblumen erholt hatte und sie sich noch darüber gewundert hatte. Ob das mit der in ihm wohnenden Lichtmagie zusammenhing?
Nachdenklich nickte sie mit dem Kopf und setzte sich wieder in Bewegung.
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Endlich erblickten sie den Jada-Schrein. Der Kartograph saß mit einem fremden Mann außerhalb des Jada-Schreins auf moosbewachsenen Felsen.
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Als Vanakara an ihnen vorbei auf den Jada-Schrein blickte, blieb ihr fast das Herz stehen.
Was war hier nur geschehen? Die Rasenfläche, die sonst sattgrün die vier uralten Jada-Eichen und den Felsen mit dem Rubinmoos einrahmte, wirkte aufgewühlt und platt getreten.
Hatten dies der Kartograph und der andere Mann zu verantworten?, dachte sie und spürte, wie Zorn in ihr hochkochte.
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Am Jada-Schrein erbllickte Vanakara den Kartographen mit einem zweiten Mann.
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Doch dann erblickte sie einen dritten Mann, der unbeweglich mitten im Jada-Schrein auf dem Boden lag. Was war mit ihm? Wer war er? Und warum lag er dort?
Plötzlich kamen ihr Hariphors Worte wieder in Erinnerung: „Der vykatianische Kartograph und ein Bekannter von ihm haben alles wieder in Ordnung gebracht.“
Hatte also der dritte Mann etwas mit diesem wüsten Durcheinander zu tun, und der Kartograph und der andere Mann waren zur Rettung des Jada-Schreins hergekommen? Hariphor hatte schließlich auch erwähnt, dass der Kartograph der berühmte Hüter des Lichtes sei.
Mit gemischten Gefühlen erreichte sie schließlich zusammen mit ihrem Begleiter die Vykati. Der Kartograph war aufgestanden und blickte ihnen mit dem üblichen emotionslosen Gesichtsausdruck entgegen, während der andere Mann sitzen geblieben war und sie mit unverhohlener Neugier betrachtete.
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Der intensive Blick des fremden Vykati machte Vanakara nervös.
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Der intensive Blick des fremden Vykati machte sie nervös, und sie war froh, Hariphor an ihrer Seite zu wissen.
Vanakara beschloss, diesen fremden Mann zu ignorieren und wandte sich direkt an den Hüter des Lichtes.
„Was ist hier passiert?“, fragte sie mit leiser Stimme, in der sie ihr Entsetzen nicht ganz verbergen konnte. Sie ließ ihre Augen noch einmal über die Lichtung schweifen − und entdeckte einen großen und tiefen Riss in einer der Jada-Eichen. Unwillkürlich entfuhr ihr ein erschrecktes Keuchen. Das war ja alles noch viel schlimmer, als sie bislang wahrgenommen hatte!
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„Das war Euer Gefährte“, hörte sie den fremden Vykati mit kühler Stimme erklären. „Er war so unvorsichtig, einen Zauber zu sprechen, der sich direkt in der Jada-Eiche niederschlug.“
Vanakara starrte Hariphor ungläubig an. Der Waldhüter des Silberwindhains sollte so unvorsichtig gewesen sein, einen Zauber inmitten einer magischen Instabilität zu sprechen? Das passte nicht zu ihm. Sonst reagierte der Waldgeistmann immer sehr umsichtig.
Doch Hariphor blickte beschämt zu Boden und meinte leise: „Ich habe einen Korvum-Raben herbeigerufen. Ich wollte dich nicht allein lassen und musste doch wissen, was hier vor sich ging.“
Da erkannte Vanakara, dass der Waldhüter keineswegs leichtsinnig gehandelt hatte, wie es der fremde Vykati darstellen wollte. Dies war aus reiner Sorge um sie geschehen.
Es fiel ihr schwer, Hariphor einen Vorwurf zu machen. Vermutlich hätte jeder Waldgeist in einer ähnlichen Situation so gehandelt. Es verdeutlichte nur, wie wichtig dem Waldhüter jedes Wesen im Silberwindhain war, dachte sie voller Wärme.
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Sie nahm seine Hand in die ihre und meinte mit sanfter Stimme: „Es ist ja nur ein Riss, Hariphor. Die mächtige Heilungsmagie des Artefakts wird es schon wieder richten.“
Auf das Gesicht des Waldgeistmannes legte sich ein zaghaftes, aber dankbares Lächeln.
Vanakara erwiderte es.
Ihr war bewusst, wie viel Hariphor der Silberwindhain und das Heiligtum bedeuteten. Er hätte niemals unvorsichtig gehandelt, wäre die Situation nicht so außergewöhnlich und dramatisch gewesen.
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Vanakara nahm Hariphor tröstend bei der Hand.
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In diesem Moment wandte sich der Kartograph an sie beide und meinte in seiner ruhigen Art: „Ich werde einen Gesetzeswächter holen müssen, um den jungen Vykati in unser Gebiet zurückbringen zu lassen. In dieser Zeit bitte ich Euch, gemeinsam mit meinem Freund ein Auge auf ihn zu haben. Sein Zustand ist instabil, und ich möchte nicht, dass er unbeaufsichtigt bleibt oder dem Jada-Schrein erneut schadet.“
Vanakara sah Hariphor an. Der fremde Vykati war ihr ein wenig unheimlich, so wie er sie angesehen hatte und es nach wie vor tat. Zudem war seine Bemerkung über Hariphor mehr als abfällig gewesen.
Ihr Begleiter schwieg zunächst. Er schien tief in Gedanken versunken, während er sie die ganze Zeit über betrachtete.
Vanakara selbst war hin- und hergerissen. Sie spürte, wie ihr die Heilungsmagie des Artefaktes gut tat und hätte hier gerne etwas Zeit verbracht. Andererseits konnte sie die Blicke, die der fremde Vykati auf sie warf, nicht deuten. Sie wirkten zugleich abschätzig und verwundert.
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Vanakara konnte die Blicke des fremden Vykati nicht deuten und war froh, dass Hariphor ihr die Entscheidung abnahm.
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Als Hariphor schließlich nickte, war sie froh, dass er ihr die Entscheidung abnahm. Sie fühlte sich noch nicht in der Lage, selbst eine zu treffen.
Doch dann erklärte er: „Wenn Vanakara einverstanden ist, werden wir Eurer Bitte nachkommen.Allerdings geht ihre Gesundheit vor. Sollte sie sich lieber zurückziehen wollen, werde ich sie begleiten.“
Für einen Moment war sie irritiert. Wollte Hariphor doch noch die Entscheidung an sie abtreten? Er, der sonst immer recht sicher war in dem, was er tat?
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Aber dann fiel ihm die Sorge in seinen Augen auf und sie erkannte, dass er sich nach ihrem Wohlergehen richtete.
Er war bereit, der Bitte des Kartographen nachzukommen, doch ihre Gesundheit hatte für ihn Vorrang. Die ganze Aufregung und die Ohnmacht hatten sie wohl doch mehr mitgenommen, als sie sich eingestehen wollte, sonst hätte sie Hariphors Motivation sofort erkannt.
Wenn der Waldhüter an ihrer Seite blieb, konnte sie sich trotz der Anwesenheit des fremden Vykati sicher fühlen.
Daher nickte sie ebenfalls zustimmend und wandte sich dann an den Kartographen: „Hariphor erzählte, Ihr seid der Hüter des Lichtes?“
Der Angesprochene zögerte kurz, nickte aber dann einmal.
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„Warum habt Ihr dies bei unserem ersten Zusammentreffen nicht erwähnt?“, wollte sie wissen. Sie erinnerte sich an ihre Furcht, als sie ihn plötzlich hinter sich wahrgenommen hatte, an die Erwartung, dass er sie überfallen würde. Hätte er sich damals direkt als Hüter des Lichtes offenbart, wäre sie ihm viel offener gegenüber aufgetreten.
Der Vykati schwieg und zuckte nur mit den Schultern, sein Gesicht wie gewohnt ohne erkennbare Mimik.
Doch da antwortete der andere Mann trocken: „Diese Information gibt er nie freiwillig preis.“
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Vanakara erinnerte sich an ihre Furcht, als sie den Vykati zum ersten Mal traf.
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Irritiert flackerte ihr Blick kurz zu dem fremden Vykati hinüber, kehrte aber dann nachdenklich zum Hüter des Lichtes zurück.
Sie hatte das Gefühl, den Kartographen bei ihrer ersten Begegnung vollkommen falsch eingeschätzt zu haben. Ihr war ja schon damals aufgefallen, dass er nicht so gefühlskalt war, wie er sich nach außen hin gab. Aber war es möglich, dass sich dieser einfach nur abschottete, gerade weil er ein solche hohes Amt trug?
Es musste schwer sein, überlegte sie, von jedem Wesen, auf das man traf, verehrt zu werden und keine normalen Gespräche führen zu können. Vielleicht hätte sie so ein Amt auch lieber für sich behalten, als es stets vor sich herzutragen. Tauschen wollte sie mit dem Hüter des Lichtes auf jeden Fall nicht.
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Vanakara überlegte, dass der Hüter des Lichtes durch die ständige Veehrung sicherlich kein einfaches Leben hatte.
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Tarodastrus' Perspektive
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Aus der Sicht der Waldgeistfrau
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Sadothus' Perspektive
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Aus der Sicht des Waldgeistmannes
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